Kommunal: Antrag zur wolfsfreien Zone für Stadtverordnete und Gemeindevertreter

Wenn Ihr selber aktiv werden möchtet, um Eure Stadt oder Gemeinde zur wolfsfreien Zone zu erklären, dann stimmt Euch bitte mit dem Bauernbund Brandenburg ab. Bitte ausschließlich diesen Antrag verwenden - wenn wir Gehör finden wollen, müssen wir mit einer Stimme sprechen und gleichlautende Beschlüsse fassen. In allen Fragen der Umsetzung berät Euch gerne Mario Borchert aus Breddin in der Prignitz: 0170-9373584 oder borchert@wolfsfreiezone.de. Die nachfolgende Karte zeigt die 43 Städte und Gemeinden in Brandenburg, die sich inzwischen zur wolfreien Zone erklärt haben.

Kommunal: Immer mehr "Wolfsfreie Zonen" in Brandenburg

Dorf 243 brandenburgische Städte und Gemeinden haben sich plakativ zur Wolfsfreien Zone erklärt, seit der Bauernbund Brandenburg die Initiative im August letzten Jahres gestartet hat. Bei weiteren 14 Kommunen steht der Antrag derzeit auf der Tagesordnung. "Es gibt eine riesige Unterstützung für unser Anliegen im ländlichen Raum. Wir haben sehr viele einstimmige Beschlüsse, quer durch alle Parteien", sagte der Bauernbund-Wolfsbeauftragte Frank Michelchen, Ökolandwirt aus Leibsch im Spreewald, der bereits drei Kälber durch den Wolf verloren hat: "Die Menschen wollen auch in Zukunft ohne Angst auf dem Lande leben und erklären sich solidarisch mit uns Weidetierhaltern. Es wird Zeit, dass Potsdam dieses Signal ernst nimmt und aufhört, vor den Naturschutzkonzernen zu kuschen."

Während die Landesregierung noch immer an einer Fortschreibung des bereits 2017 ausgelaufenen Wolfsmanagementplanes arbeitet, fordern die Städte und Gemeinden, ihr Gebiet darin als nicht für eine Besiedlung durch den Wolf geeignete Zone auszuweisen und die weitere Ausbreitung des Raubtieres durch Abschüsse zu bremsen. Örtliche Jäger und betroffene Tierhalter sollen das Recht erhalten, "an Viehweiden angreifende Wölfe zu töten", verlangen unter anderem die Kleinstädte Lenzen, Bad Wilsnack, Kyritz, Gransee, Werder (Havel), Ziesar, Niemegk, Schlieben, Ortrand und Calau. Alle Kommunen, die den Beschluss gefasst haben, sind jetzt auf einer Karte auf der vom Bauernbund betriebenen Seite "wolfsfreiezone.de" einzusehen.

Als "bewusste Irreführung" bezeichnete Michelchen die von der linken Bundestagsabgeordneten Kirsten Tackmann aufgestellte Behauptung, kommunale Beschlüsse zu wolfsfreien Zonen seien rechtlich unzulässig: "Dass die Städte und Gemeinden in dieser Frage nichts entscheiden können, haben wir nie bestritten. Aber wie soll sich die Landbevölkerung denn artikulieren, wenn nicht über wohl begründete Forderungen ihrer Gebietskörperschaften? So funktioniert Demokratie!" Wäre eine solche Meinungsäußerung unzulässig, hätte die Kommunalaufsicht die Beschlüsse längst kassiert. Der Bauernbund ruft daher alle Städte und Gemeinden auf, sich der Initiative anzuschließen und damit im Landtagswahljahr Druck auf die Landesregierung auszuüben. Michelchen: "Überall, wo Menschen und Weidetiere sind, müssen Wölfe konsequent gejagt werden, dafür brauchen wir so schnell wie möglich Rechtssicherheit."

Kommunal: Bauernbund, CDU und FDP unterstützen Initiative für wolfsfreie Städte und Gemeinden

Lebrenz 2Neun brandenburgische Städte und Gemeinden haben sich in den vergangenen Monaten zur "Wolfsfreien Zone" erklärt, bei weiteren 18 Kommunen steht ein gleichlautender Antrag nach der Sommerpause auf der Tagesordnung. Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg, kündigte heute auf einer Pressekonferenz in Potsdam an, damit solle ein Zeichen gesetzt werden, dass sich die Landbevölkerung die von der Landesregierung betriebene Ausbreitung der Wölfe nicht mehr gefallen lässt: "Das Raubtier zerstört die Existenz der Weidetierhalter, es schädigt die Jäger und es schreckt alle, die einfach nur mit ihrem Hund spazieren gehen, ausreiten, Pilze sammeln oder Holz machen wollen. Das Leben auf dem Lande wird schlechter, auch wenn uns die Wolfsexperten das Gegenteil erzählen. Gegen diese Bevormundung wehren wir uns."

"Letzte Woche haben Wölfe bei uns trotz Herdenschutzhunden Schafe gerissen. Im Juli haben sie bei Bad Wilsnack einen zwei Meter hohen Zaun übersprungen und Damwild getötet. Es gibt keinen wirksamen Schutz außer Schießen" ist Christian Steinkopf, Bürgermeister von Lenzen, überzeugt. Die Stadtverordnetenversammlung der Prignitzer Kleinstadt hatte im April als erste Kommune die Forderung beschlossen, "ihr Gebiet im Wolfsmanagementplan als nicht für eine Besiedlung durch den Wolf geeignete Zone auszuweisen, da überwiegende öffentliche Interessen dem entgegen stehen". Mit dabei sind inzwischen auch die Gemeinden Plattenburg und Breddin in der Prignitz, die Stadt Gransee und die Gemeinden Sonnenberg, Großwoltersdorf, Schönermark und Stechlin in Oberhavel sowie die Gemeinde Buckautal in Potsdam-Mittelmark.

"Wir laden alle Städte und Gemeinden Brandenburgs ein, sich zur Wolfsfreien Zone zu erklären", sagte Mario Borchert, Gemeindevertreter aus Breddin, der für den Bauernbund die Aktion koordiniert. In dem Beschlusstext wird die Landesregierung aufgefordert, Schutzjagden auf den Wolf nach schwedischem Vorbild zuzulassen sowie den Bauern die Verteidigung ihrer Weidetiere zu erlauben. Außerdem sollen in Naturreservaten, Truppenübungsplätzen und Bergbaukippen Schutzgebiete eingerichtet werden, in die der Wolf sich zurückziehen kann. "Es geht uns nicht um eine erneute Ausrottung", stellt Borchert klar: "Wir wehren uns nur gegen die flächendeckende Ausbreitung. Wo Menschen leben und Nutztiere weiden, muss der Wolf bejagt werden."

Unterstützung erhielt die Initiative heute von Teilen der brandenburgischen Landespolitik: Auf der Pressekonferenz erklärten Dieter Dombrowski, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, und der FDP-Landesvorsitzende Axel Graf Bülow, dass sie über die kommunalpolitischen Dienste ihrer Parteien den Antrag verbreiten werden. Die Landesregierung dürfe die Bürger im ländlichen Raum nicht länger mit dem Wolfsproblem allein lassen, so Dombrowski und Bülow.